Herbstsynode des Dekanatsbezirks Pegnitz

Grußwort von Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner zur Übergabe der Altarbibeln am 15.10.2017

Liebe Gottesdienstgemeinde,

Ich freue mich, diesen Gottesdienst heute mit Ihnen zu feiern. Wie schön, dass wir mit diesem  Gottesdienst, der zugleich Beginn der Dekanatssynode ist, einen so passenden Rahmen gefunden haben, um jeder Kirchengemeinden ihre neue Altarbibel zu überreichen. Passend ist dieser Tag heute auch, weil er so kurz vor dem großen Reformationsjubiläum liegt. Und Reformation und Bibel, das gehört nun einmal zusammen.

Am Reformationsfest 2016 feierte Papst Franziskus in der lutherischen Kirche zu Lund zusammen mit den Leitenden des Lutherischen Weltbundes Gottesdienst. In der Predigt äußerte er seine Dankbarkeit, dass die Reformation auch in der katholischen Kirche geholfen habe, der Heiligen Schrift wieder eine Zentralstellung geben.
Die Bibel lieben und Bibel lesen, das ist eben bis heute unser reformatorisches Erbe. Im Jahr 1517 war erst der Beginn der Reformation. 2017 könnte der Beginn sein, dass wir dem Lesen und der Liebe zur Heiligen Schrift neue Nahrung geben.
Viele Aktionen sind schon angelaufen in den Gemeinden des Kirchenkreises: Die Bibel handschriftlich abschreiben – auch ein Evangelium in den Dialekt übertragen, oder das Neue Testament durch verschiedene junge und alte, katholische und evangelische Christen ununterbrochen an einem Stück in der Kirche vorlesen – wer weiß, was die kommenden Jahre noch an Liebe zur Bibel zeigen werden. Schließlich feiern wir erst in einigen Jahren 500 Jahre Luthers erstes Neues Testament in Deutsch.
In nur elf Wochen übersetzte er im Jahr 1520 das Neue Testament aus dem griechischen Urtext ins Deutsche. 1521 erschien es. Luther war nicht nur verliebt in seine Käthe, sondern wohl noch mehr in seine Bibel auch nach der Heirat mit Käthe.
Drei Liebeserklärungen von tausend möglichen zitiere ich:
„Wo das Wort ist, dort ist das Paradies und alles.“
„Siehe nur, dass du auf Gottes Wort Acht hast und darinnen bleibest, wie ein Kind in der Wiege. Lässt du das einen Augenblick fahren, so bist du daraus gefallen.“
„So müssen wir nun gewiss sein, dass die Seele alle Dinge entbehren kann, nur das Wort Gottes nicht, und ohne das Wort Gottes ist ihr mit keinem Ding geholfen. Wenn sie aber das Wort hat, dann bedarf sie auch keines anderes Dinges mehr, sondern sie hat in dem Wort Gottes Genüge, Speise, Freude, Friede, Licht, Kunst, Gerechtigkeit, Wahrheit, Weisheit, Freiheit und alles Gut überschwenglich.“

Pünktlich zum Reformationsjubiläum ist die neue Revision der Lutherbibel erschienen. Sie ist zugegebenermaßen nicht im Dialekt. Aber wenn Du Sie liest oder hörst, dann geschieht etwas Merkwürdiges. Gott spricht durch die Bibel und gebraucht dabei Worte der Bibel – und wenn er Dich dann anspricht, dann spricht er sogar den Dialekt Deiner Seele, die Sprache Deines Herzens.

Unsere Landeskirche schenkt jeder Kirchengemeinde eine Altarbibel mit neuem Revisionstext und wir Regionalbischöfe dürfen sie den Gemeinden überreichen. Es ist mir eine Freude Ihnen nun die Altarbibeln überreichen zu dürfen. Jede mit namentlicher Widmung und von mir persönlich unterschrieben.
Ich weiß, manche Ihrer Gemeinden haben Schmuckbibeln, teilweise sogar mit Frakturschrift. Das sind Kostbarkeiten, die wir auch sorgsam in einer schönen Vitrine ausstellen können. Doch auf den Altar gehört eine lesbare Bibel, denn unsere Kirchen sind keine Museen, sondern Gottesdiensträume.
Unsere Kirchen sollen - wenn irgend möglich - tagsüber offen sein - und die Bibeln auch, am besten immer beim Evangelium des Sonntags.
Ihr Gemeinden, habt keine Angst, dass die Bibel gestohlen wird. Wenn, dann möge der Dieb durch das Lesen gesegnet werden und Ihr bekommt von mir eine neue, wieder von mir unterschrieben und einzeln gewidmet für Eure Gemeinde. Versprochen.

Dekan Dr. Gerhard Schoenauer wird nun nacheinander die Namen der Gemeinden in alphabetischer Folge vorlesen. Die Vertrauensleute nehmen die Bibel in Empfang und bleiben bitte dann vorne stehen bis alle ihre Bibel erhalten haben. Dann spreche ich abschließend für alle ein Gebet.