Einweihung des neuen Gemeindehauses St. Johannis, Bayreuth am 01.10.2017

Rede von Regionalbischöfin Dr. Greiner zur Einweihung des neuen Gemeindehauses

Dieses Evangelische Gemeindehaus – kurz genannt G7 ist ein Kind von Glaube, Hoffnung, Liebe.
Und dieses Haus ist dazu da, dass Glaube Hoffnung und Liebe wachsen.
Eigentlich geht die Grundrichtung unserer Landeskirche in Richtung Gebäudereduzierung. Wir haben viel zu viel Meter umbauten Raumes – insbesondere in evangelischen Stammlanden, wie Bayreuth und große Teile Oberfrankens. Wir sind steinreich. Wir müssen in unserer Landeskirche daran arbeiten unnötige Gebäude zu verkaufen, abzureißen oder gemeinsam mit anderen Trägern zu nutzen, damit wir genügend Mittel frei haben für notwendige inhaltliche Arbeit mit den Menschen.
Auch wenn ich diese Linie unserer Landeskirche mittrage, darf doch die Situation unserer Kirchengemeinden nicht über einen Kamm geschoren werden. Man kann Gemeindeleben auch kaputtkürzen und totsparen. Jede Gemeinde ist anders und muss wahrgenommen werden in ihrer Situation. Hier in St. Johannis sind Neubau und der Quadratmeterzuwachs förderlich für das Wachstum der Gemeinde – auch langfristig – betrachtet. Denn manche inhaltliche Arbeit kann auch gar nicht stattfinden ohne entsprechende Räumlichkeiten.
Als ich vor sieben Jahren die Raumnot in St. Johannis sah, habe ich zum Bau des Gemeindehauses geraten, weil dieser Bau dem Gemeindeaufbau dienen wird. Nach dieser Einweihung werde ich den Verantwortlichen in München erzählen, wie sinnvoll dieser Bau ist, und wie gut unsere Landeskirche daran tut, nun auch noch den Zuschuss zu geben, der das bestehende Darlehen ablösen soll.
Ich freue mich also von Herzen mit den Kanzern.
Was mir am neuen Gemeindehaus besonders gefällt - ich fange außen an:
Erstens: Der Altentrebgaster Platz ist größer geworden. Der Mittelpunkt der Kanz hat gewonnen, bietet mehr Platz für Feste. Es ist eine Sichtachse entstanden von Pfarrhaus zum Gemeindehaus und zu dessen Nachbargebäude. Die Kirchtürme der wunderschönen Markgrafenkirche St. Johannis treten früher ins Blickfeld. Stadtarchitektonisch schön!
Zweitens: Auch die Architektur des Gebäudes samt Innenarchitektur sind gelungen. 2012 hieß es aus dem Landeskirchenamt: Ihr könnt in drei Jahren bauen. 2015 hieß es wieder: Ihr könnt in drei Jahren bauen. Da war auch meine Geduld zu Ende und ich habe mit Ihnen protestiert. Doch ein Gutes hatte das Verschieben: Das Gebäude ist innen nicht nur hell und freundlich – wie fast alle neuen Gebäude. Es ist auch hervorragend durchdacht. Dazu hatten das Ehepaar Aschoff zusammen mit Kirchenvorstand notgedrungen genug Zeit. Die Überlegungen haben Bestes hervorgebracht:
Diese Empore über dem großen Saal, die schalldicht ist, doch zugeschaltet werden kann durch Übertragung oder durch Öffnung der Glaswand, ist genial. Endlich mal sind genug Toiletten für Frauen da. Die Küche ist groß genug. Sie haben sogar noch eine weitere Teeküche. Und wir alle wissen doch: Küchen nähren die Gemeinschaft. Die Tische und Stühle können in Schränken verschwinden und stehen nicht herum, das Haus ist Kinderwagen- und Rolator-tauglich durch Ebenerdigkeit und Aufzug; Jakobspilger können hier übernachten … und und und.
Drittens: vor wenigen Tage saß ich fast zwei Stunden in diesem Raum und habe gemerkt: Das Haus hat eine gute – auch geistliche - Atmosphäre, die Bibelworte an den Wänden, werden zu den Menschen sprechen samt dem Thema dieses Hauses: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Das wichtigste Kunstwerk dieses Gebäudes sind diese drei Fenster, die dieses Motto abbilden. Auch symbolisch fällt Licht durch dieses Motto ein.
Am Werden dieses Gemeindehauses waren viele beteiligt. Sie liebes Ehepaar Aschoff danken allen und ist auch richtig so: Vom Kirchenvorstand über Bauleiter bis hin zu Feuerwehr, Spendern und Stadt. Das unterstreiche ich alles ganz dick.
Doch ich möchte nun Ihnen danken, liebes Ehepaar Aschoff, Sie haben aus der Kraft des Glaubens an Christus gehandelt, Liebe - selbst ins Detail - investiert und die Hoffnung nie aufgegeben von Anfang bis Ende. Dieses Gebäude atmet auch Ihren Glauben, Ihre Liebe, Ihre Hoffnung.
Abschließend ein zweiteiliger Segen. Zuerst der geistliche: Gott segne alle, die hier in diesen Räumen sein werden. Er segne die Gemeinde durch dieses Haus und den ganzen Ortsteil.
Und nun der materielle Segen: Für ein wichtiges Projekt, das Sie hier durchführen, sei es die Seniorenoase oder was immer, sage ich Ihnen schon jetzt eine kleine finanzielle Unterstützung zu.
Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, 1. Oktober 2017