Eröffnung der Aktion "Gott-sei-Dank-Brot"

Grußwort der Regionalbischöfin zur Eröffnung der Aktion "Gott-sei-Dank-Brot" am 19. September 2013 in der Bäckerei Friedrich in Schwarzenbach am Wald

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

alle Anwesenden sind mir lieb und wert, alle grüße ich herzlich, doch einen hebe ich namentlich hervor, unseren Gastgeber: lieber Herr Bäckermeister Friedrich, zugleich Bezirksobmann des oberfränkischen Bäckerhandwerks, Danke für Ihre Gastfreundschaft in Ihrer Backstube. Ich freue mich, dass wir bei Ihnen unsere 6. „Gott-sei-Dank-Brot“ Aktion eröffnen.

Die Idee zur „Gott-sei-Dank-Brot“ Aktion wurde im Jahr 2007 in unserem evangelischen Netzwerk „Gemeinsam für die Region“ in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Landjugend in Oberfranken entwickelt und erfolgreich durchgeführt.  Diesen Beginn rufe ich heute in Erinnerung:

Zum einen ging es um unsere Region. Wahrscheinlich kennen Sie alle das Bibelwort: „Suchet der Stadt Bestes.“  Ich wandle es einmal bewusst ab und sage: Es ist genauso biblisch, aufzufordern: „Suchet der Region Bestes“. Darum ging es dem evangelischen Netzwerkmit dem schönen Namen: „Netzwerk Gemeinsam für die Region“ bei der Entstehung der Aktion.

„Suchet der Region Bestes“, das ist auch mein Antrieb heute. Es gehört zum Besten der Region, dass wir gerade in Oberfranken viele Handwerksbetriebe haben. Die möchte ich erhalten, unterstützen. Denn sie bieten Arbeitsplätze, bieten Lebenskultur und bieten den Kirchen die Hand – wie wir auch heute wieder sehen.

Zum anderen war damals nicht nur das Netzwerk Gründungsmotor, sondern auch die Landjugend. Das Logo, das wir heute immer noch als Brotplakette benutzen, verdanken wir der Evangelischen Landjugend. Hier ist die Jugend „Mutter“. Die Landjugend ist Mutter unserer „Gott-sei-Dank-Brot“ Aktion.

Das Logo wurde im Rahmen eines Wettbewerbs der Evangelischen Landjugend entwickelt. Auf das Wesentliche beschränken solle sich die Zeichnung, sagte damals Dorothea Höllerer, die Gewinnerin des Wettbewerbs. „Das Erntedankfest ist mir wichtig, weil es uns an das Wesentliche erinnert“ so Dorothea Höllerer. „Bei aller Kunst der Landwirte – ohne Gottes Schöpfung hätten wir nichts.“ Dieser Grundgedanke soll stets Grundlage unserer Aktion bleiben.

Durch die weitere Entwicklung hat sich zunächst die tragende Rolle der Landjugend verloren. Der Arbeitskreis Handwerk und Kirche überlegte, wie die „Gott-sei-Dank-Brot“ Aktion bayernweit umgesetzt werden könnte. Der Arbeitskreis beauftragte im April 2008 Geschäftsführer Diakon Stefan Helm mit der Planung. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt – Fachstelle Kirche und Handwerk – nahm die Aktionsidee sehr gerne auf und bot sie bayernweit an. Das war gut. Unsere Aktion fand bayernweite Aufmerksamkeit.

Doch damit war die Aktion quasi der Verantwortung der Region entnommen, in der sie geboren worden war. Das wäre ihr Tod gewesen, hätte nicht jenes bedeutsame Gespräch im Juni 2009 stattgefunden, als der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Bäckermeister Thomas Zimmer,  mich anlässlich meines Amtsantrittes besuchte. Nach wenigen Sätzen war uns klar, dass wir beide diese Aktion weiter fördern wollen.

Wegen der drängenden Zeit setzten wir alle Hebel in Bewegung, sodass sich 2009 doch noch eine gute Zahl von Bäckereien beteiligte. Ich bat darum, dass in den beteiligten Bäckereien Gebetskärtchen ausliegen, die passend zum „Gott-sei-Dank-Brot“ anregen, Gott zu danken. Mir war es ein Anliegen, die katholische Kirche zu beteiligen. So rief ich im Ordinariat an und fragte, ob auf den Gebetskärtchen nicht nur meine, sondern auch die Unterschrift des Erzbischofs stehen könne – und so war es dann auch. Die Aktion war zurück in Oberfranken, wo sie ihren Ausgang genommen hatte und nun auch dezidiert ökumenisch, worüber ich mich sehr freue.
Im Jahr 2010 fiel die Aktion zwar aus,  doch wurden in diesem Jahr die Weichen für eine dauerhafte Durchführung gestellt. Seitdem findet die Aktion wieder statt. In Verbindung von Kirchlichem Dienst in der Arbeitswelt und Kräften der Region: Handwerkskammer Oberfranken, beide Kirchen und nun zum ersten Mal wieder die Evangelische Landjugend.

Ich danke allen Vertretern der Landjugend, dass Sie da sind. Es war meine Anregung und meine Bitte, die Landjugend einzuladen und wieder zu beteiligen, zumal die Landjugend in unserer Region gerade echten Aufwind erfährt:  Der neue Vertrauenspfarrer der Landjugend heißt Günter Werner und ist Dekan in Muggendorf, Dekanatsbezirk Forchheim. Dort, in Muggendorf, gibt es auch eine Landjugendgruppe und dort wird auch am kommenden Sonntag der Eröffnungsgottesdienst sein. Hinzu kommt: Endlich wird auch die Bezirksstelle der Evangelischen Landjugend „Oberfranken-Oberpfalz“, Sitz Bad Alexandersbad, wieder neu besetzt sein, mit Herrn Diakon Jürgen Kricke. Sowohl Dekan Günter Werner wie auch Herr Diakon Jürgen Kricke werden am 10. November in ihr Amt als Vertrauenspfarrer und als Bezirksreferent der Landjugend eingeführt werden.

Es freut mich, dass die Landjugend wieder erstarkt. Das wird auch unserer Aktion gut tun.

Unsere Aktion appelliert: Fördert mit uns das heimische Handwerk. Kauft Euer Brot nicht im Supermarkt, sondern bei Eurem Bäcker. Dankt Gott für Euer Brot. Dankt Gott für alles Gute im Leben – und Brot ist der Inbegriff.Feiert mit uns Erntedank. Unsere Aktion findet bewusst im Vorlauf des Erntedankfestes statt. Am 6. Oktober ist überall das Erntedankfest.

Sucht mit uns der Region Bestes!

Dr. Dorothea Greiner
Regionalbischöfin